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| Erfolg vor Gericht - bauer druck muss über Sozialplan verhandeln |
„Zufrieden“ zeigte sich Verdi-Fachsekretär Bernd Fiegler vom Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln. Streitpunkt war die Vorgehensweise von „bauer druck“ bei der für den 30. Juni dieses Jahres geplanten Schließung des Kölner Betriebs. Das Gericht entschied nun am heutigen Mittwoch, dass „bauer druck“ eine Einigungsstelle für einen Sozialplan einsetzen, attestierte Wirtschaftsberichte vorlegen und eine von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi benannte Wirtschaftsprüferin als Sachverständige hinzuziehen muss. „Bislang hatte sich bauer druck fairen Verhandlungen zur Standortsicherung und auch der Hilfe aus der Politik verweigert“, so Fiegler.
Fast 100 Mitarbeiter von bauer druck warteten während der Verhandlung mit Transparenten vor dem Gericht in der Blumenthalstraße. Gleichzeitig fand in der Druckerei im Kölner Norden wie schon am Dienstag davor ein Warnstreik statt. Dort arbeiteten um 1980 noch über 2400 Menschen, zur Zeit sind es nur noch 360. Nach und nach waren immer mehr Aufträge abgezogen worden, vor allem in eine neue Tiefdruckerei in Polen, für diese hatte es 47 Millionen Euro Beihilfe vom polnischen Staat gegeben. Im Vorjahr waren die Druckaufträge für „TV pur“, „Maxi France“, „In Touch“, „Life & Style“ und „Das Neue“ an andere Druckereien vergeben worden.
Die Stellungnahme der Hamburger Bauer Media Group, zu der die Kölner Druckerei gehört, zum Urteil fiel knapp aus: „Vor dem Landesarbeitsgericht in Köln wurde ein Vergleich geschlossen, der die Zuständigkeit der Einigungsstelle für die weitere Verhandlung von Interessenausgleich und Sozialplan erklärt.“
Quelle: koeln-nachrichten.de
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| Steigende Auflagenzahlen.....und uns droht die Arbeitslosigkeit! |
Die Mitarbeiter von bauer druck köln werden in die Arbeitslosigkeit geschickt,
da der Konzern über sinkende Auflagenzahlen jammert.
Die Wahrheit sieht wohl ein wenig anders aus. Wenn man sich diese Website ansieht,
scheint es der Media Group doch nicht so schlecht zu gehen.
Bemerkenswert ist auch, dass die Zeitschriftentitel, die dort genannt werden,
alle ursprünglich in erstklassiger Qualität in Köln hergestellt wurden!
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| Arbeitskampf! Hilferuf vom Rhein an der Elbe |
Beschäftigte der Kölner Druckerei demonstrieren
vor der Heinrich Bauer-Verlagszentrale.
Ver.di-Landeschef Rose attackiert Hamburger Milliardär Heinz Bauer.
Von Kai von Appen
"Liebe Hamburger, helft uns!" schallt es am Mittwochmittag (16.12.2009) auf der Mönckebergstraße. "Heinz Bauer ist nicht arm." Direkt angesprochen werden die KäuferInnen der großen Programmzeitschriften TV Movie, TV Hören und Sehen und Fernsehwoche der Bauer Media Group. 160 Beschäftigte von Bauer Druck Köln waren vom Rhein an die Elbe gereist, um vor der Verlagszentrale des Heinrich Bauer-Verlags am Burchardplatz für ihre Jobs zu demonstrieren.
Der Bauer-Konzern hat angekündigt, seine Tiefdruckerei in Köln mit 380 Arbeitsplätzen stillzulegen, da die Druckerei - einst Prunkstück des Verlages mit 2.300 Beschäftigten - unrentabel geworden sei. Doch das hat hausgemachte Gründe. So verlagere der Verlag immer mehr Produkte nach Polen, nachdem dort eine zweite Druckerei aufgebaut worden ist, berichtet die Hamburger Konzernbetriebsrats-Chefin Kersten Artus. 47 Millionen Euro Subventionen hat der Bauer-Konzern mit Genehmigung der Europäischen Kommission kassiert.
Als die Bauer Druck-Beschäftigten vor dem Verlagsgebäude eintreffen, werden sie von Redakteurinnen der Verlagszeitschriften und Gewerkschaftsgrößen wie DGB-Chef Uwe Grund und dem Ver.di-Landes-Vorsitzenden Wolfgang Rose empfangen. "Nur fünf Kollegen sind weniger als 20 Jahre bei Bauer, was störts Heinz Bauer", steht auf aufgestellten Kartons. Wolfgang Rose erinnert daran, dass Hamburg die Stadt mit den meisten Millionären sei - darunter Heinz Bauer, dessen Vermögen auf vier Milliarden Euro geschätzt werde - "ohne dass er einen Cent Vermögenssteuer zahlt.", so Rose. Damit stehe er auf Platz 39 der Milliardärs-Ranking-Liste Deutschlands.
"Die Schließung wird nicht lautlos von statten gehen", verspricht Betriebsratschef Toni Same der Bauer-Familie. "Sie werden noch von uns hören." Die Belegschaft fordert zumindest den Abschluss eines Sozialtarifvertrages mit zwei Monatsgehältern Abfindung pro Beschäftigungsjahr.
Bauer Druck hatte am Dienstag versucht, den Warnstreik durch eine Einstweilige Verfügung vorm Kölner Arbeitsgericht zu verhindern. Die Richter lehnten das Ansinnen ab. Dies sei nur möglich, wenn keine berechtigten Interessen vorlägen. Das Bundesarbeitsgericht hat in einer Entscheidung klargestellt, dass Arbeitskämpfe für eine Standortsicherung oder einen Sozialtarifvertrag zulässig sind. Betriebsrat Same warnt: "Wir werden nur erhobenen Hauptes aus dem Betrieb gehen."
Quelle: taz.de
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| Warnstreik! Kollegen "besuchen" den Verleger in Hamburg |
Warnstreik bei Bauer Druck: 5:30 Uhr, Minus 7 Grad und warten auf die Busse nach Hamburg
Weitere Bilder findet ihr in der Galerie[/CENTER]
Es ist bitter kalt in Köln-Niehl, die Industrieanlagen spucken dicke weiße Wolken aus, an einer Backstube ist reger Betrieb. Vor Bauer Druck Köln stehen viele Mitarbeiter und ein Vertreter der Partei „Die Linke“. Der verteilt Flugblätter, von der SPD weit und breit keiner zu sehen. Die Gewerkschaft Verdi hat seit gestern 22:30 Uhr die 380 Mitarbeiter von Bauer Druck, die von der Schließung der Druckerei betroffen sind in den Warnstreik gerufen. Heute ist man mit Bussen nach Hamburg zur Bauer-Zentrale gefahren.
Die Arbeitsniederlegung, so die Gewerkschaft, wird bis Donnerstagmorgen (17.12.) um 6:30 Uhr andauern. Das Arbeitsgericht Köln lehnte gestern eine einstweilige Verfügung von Bauer druck Köln gegen den Streikaufruf ab. Heute will man von 12 bis 14 Uhr vor dem Verlagsgebäude des Konzerns der Bauer Media Group demonstrieren. Die Gewerkschaft rechnet mit rund 200 Menschen, die sich daran beteiligen.
Die Gewerkschaft gibt als Hintergrund für die Warnstreiks die Absage eines fest vereinbarten Verhandlungstermins zur Beschäftigungs- und Standortsicherung durch Bauer Druck, nachdem bereits zwei Verhandlungsrunden stattgefunden hatten, an. Auch die Aufforderung der Gewerkschaft zu Tarifverhandlungen für einen „Sozialtarifvertrag zur Regelung der Abfindungen bei Verlust des Arbeitsplatzes“ ignorierte die Unternehmensleitung.
Die Bundestagsabgeordnete Ulla Lötzer, Sprecherin für internationale Wirtschaftspolitik der Bundestagsfraktion „Die Linke“ erklärte schriftlich zur geplanten Schließung von Bauer Druck: "Der Warnstreik bei Bauer ist die Antwort auf eine Unternehmenspolitik nach Gutsherrenart, mit der seitens des Verlages die Verhandlungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung abgebrochen und selbst ernsthafte Verhandlungen über einen Sozialplan verweigert wurden. Schlimmer noch, mit von der EU genehmigten Steuergeschenken Polens für den Aufbau einer riesigen Druckerei in Niederschlesien hat der Bauer Verlag entscheidend dazu beigetragen, die Überkapazitäten und den Kostendruck zu erzeugen, den er als Begründung für die beabsichtige Schließung in Köln anführt. Im Interesse der Region und im Sinne der im Grundgesetz verankerten Sozialpflichtigkeit des Eigentums darf der Bauer Verlag mit seinen Plänen zur Arbeitsplatzvernichtung keinen Erfolg haben.“
Auch die Kölner SPD erklärte sich (endlich) am späten Nachmittag solidarisch mit den im Warnstreik befindlichen Mitarbeitern der Bauer Druckerei Köln. SPD-Chef Jochen Ott erklärte schriftlich: „Es ist ein Unding, dass die eigene Unternehmensleitung Druckaufträge in anderen Bereichen Europas abwickeln lässt und die eigene Druckerei in Köln und damit die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausbluten lässt. Hinter jedem Arbeitsplatz stecken Existenzen, hinter denen wiederum ganze Familien stehen. Die Gewerkschaften haben mehrfach zur Arbeitsplatzsicherung Konsolidierungsbeiträge, was konkret Opfer der Beschäftigten heißen würde, angeboten. Das Handeln der Geschäftsleitung ist unverantwortlich. Der Standtort Köln darf nicht sterben.“
Quelle: report-k.de
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